trekking.suedtirol ist ein von steuergeldern finanziertes wegeprojekt.
fazit: deutsch überall, ladinisch nur in ladinien geduldet, italienisch großteils eliminiert. da wurde also fein säuberlich „gesäubert“.
zudem:
a. selbst in ladinien sind die meisten informationen nur deutsch (auch in der italienischen version, die ladinische gibt es gar nicht). als würde ladinien zum deutschen sprachraum gehören (mit einer ladinischen präsenz, die folkloristischen charakter hat).
b. selbst in ladinien werden immer wieder ladinische ortsnamen unterschlagen. das kann bei einem dieser tragweite nicht sein.
c. deutsche exonyme werden sehr fleißig gesät, ladinisch eliminiert: kein Lé de Braies, kein Sares, auch kein Pojù, obwohl nur knapp von der gemeindegrenze entfernt.
wenn exonyme, dann bitte in alle richtungen, alles andere ist sprachimperialismus.

Roda dles viles ? Weit gefehlt. Für den AVS gibt es nur den Weilerweg.

ganz viele Bäche erhalten deutsche Exonyme, während italienische Exonyme weitgehend ausgemerzt wurden, die ladinischen wurden auch größtenteils eliminiert. Das ist in der Tat eine sprachliche Säuberung.

Moosener Kaser hieße auch Pojù: ladinische Exonyme lässt der AVS nicht zu.

deutsche Exonyme aber überall (italienische ganz selten).

Viele Infos nur deutsch, als wäre auch ladinien deutscher sprachraum.
Wenn die Italiener so was tun, ist es „sprachimperialsimus“, „faschismus“, selbst darf man alles.
(die vielen schreibfehler wollen wir einmal übersehen).
trekking.suedtirol ist ein stümperwerk im geist des „sprachimperialismus“.

1. September 2009 um 11:39 |
Grüeß Got/Bun dé!
Ich möchte mich kurz vorstellen: Ich befasse mich viel mit meiner bairischen Sprache und habe die Bibel ins Bairische übersetzt (Wikipedia: [[Sturmibibl]]. Auch das Ladinische ist mir nicht fremd. Ich war 1996 im Gadertal bei einem Kurs mit Lois Craffonara.
Auch Lois waren die ladinischen Exonyme, wie Balsan, Jorian (Sillian in Osttirol) wichtig; um so mehr bedauerte er, dass viele Ladiner selbst mitunter eine Abneigung gegen gewisse ladinische Örtlichkeitsnamen zeigen. Er erklärte das zum einen mit Liebedienerei gegenüber „den“ Touristen, zum anderen mit einer Verwechslung oder Gleichsetzung echt ladinischer Namen mit tolomeischen Erfindungen.
Andererseits gibt es auch die Tendenz, solche ladinischen Namen, die nicht, wie „Selva/Wolkenstein“ (wo ist hier nur das Trema?) historisch mehrsprachig sind, ausschließlich ladinisch zu schreiben, etwa „Aiarei“, deutsch zwar „Eichreit“, hat aber weder mit „Eichen“ noch „reuten“ zu tun, sondern mit Ahornwald. Aber warum soll ich Eulen nach Athen tragen?
Es ist gut möglich, dass es hier noch eine Gerechtigkeitslücke gibt. Diese lässt sich aber Gott sei Dank heute schließen, ohne dass einem grundsätzliche Hindernisse aufgetan werden.
Letztlich hängt die Zukunft des Ladinischen wie auch des Bairischen davon ab, wie wir eigene Ängstlichkeiten gegenüber unserer jeweiligen Muttersprache überwinden.
1. September 2009 um 12:05 |
bun dé y iolan, danke für die Anmerkung.
Ja, ich teile deinen Einwand, dass Ladiner selbst immer wieder zu schnell den „Fremden“ gegenüber auf ihre Ortsnamen verzichten, was aber nicht solche Stümperwerke legitimiert, in denen aus der offiziellen Bezeichnung ladinische Ortsnamen eliminiert werden.
8. September 2009 um 22:36 |
Bun dé, ladinia,
ich wollte nur noch anfügen, dass ich solche Foren eben deswegen schätze, weil sie einem auch einen Blick hinter die Kulissen erlauben. Nun, wir werden ja sehen, ob die Diskussion etwas bringt …
Diulan de cör
Hellsepp
9. September 2009 um 23:05 |
bun dé Hellsepp,
ich weiß nicht; in den offiziellen Reaktionen hat sich bisher nur die gewohnte Vorgangsweise gefestigt: Man wirft den anderen vor, was man selbst emsig betreibt … das ist sehr in der forma mentis … auf der anderen Seite habe ich viele persönliche Rückmeldungen gehabt zu meiner Stellungnahme im Alto Adige und im Radio.
Und es wurde andere auf das Thema aufmerksam, denn die Vorgangsweise des AVS ist schon seltsam:
http://lauscdiladins.online.totalcom.info/Content/Detail.aspx?CID=10064&AID=16183